Schulsozialarbeit an der Friedrich-Ebert-Schule
Mitarbeiterinnen:
Marion Bolze, Dipl. Sozialpädagogin, Mitarbeiterin des Kinder- und Jugendbüros der Stadt Frankenthal
Tina Ney, Dipl. Sozialpädagogin, Mitarbeiterin des Kinder- und Jugendbüros der Stadt Frankenthal
Heidrun Kohl, Lehrerin an der Friedrich-Ebert-Hauptschule
Konzeptionelle Grundlagen
Die Schulsozialarbeit ist seit 1998 an der Friedrich-Ebert-Schule installiert und wurde 2004 mit dem Deutschen Präventionspreis und 2007 mit dem Preis der Konrad Adenauer-Stiftung als Best Practice Modell ausgezeichnet.
anklicken!
anklicken!
anklicken!
anklicken!
Die Schulsozialarbeit basiert auf der Zusammenarbeit zwischen der Stadt Frankenthal und der Friedrich-Ebert-Schule Frankenthal
- Das Team der Schulsozialarbeit besteht aus einer an der Friedrich-Ebert-Schule tätigen Lehrerin und zwei beim Kinder- und Jugendbüro Frankenthal beschäftigten Sozialpädagogen
- Die Schulsozialarbeit an der FES besteht aus zwei Bausteinen:
- der Arbeit an der Schule in Form von Einzelfallhilfe, Integration, Prävention und Kooperation
- der offenen Jugendarbeit durch die beim Kinder- und Jugendbüro beschäftigten Sozialpädagoginnen im Schülertreff Pilgerpfad, welcher sich an den Wünschen und Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen orientiert und es ermöglicht, sie ganzheitlich und fern von Schule wahrzunehmen
Pädagogische Leitlinien der Arbeit sind die Grundsätze der konfrontativen Pädagogik, der systemmische Ansatz und der lösungsorientierte Ansatz.
Arbeit an der Schule
- Einzelfallhilfe
- Prävention
- Kooperation
- Integration
Einzelfallhilfe
Einzelfallhilfe für Schülerinnen und Schüler
Die Schulsozial bietet Hilfe und Unterstützung in allen Lebensbereichen. Dabei kann es sich um schulische Themen wie schlechte Noten, Leistungsdruck, Schwierigkeiten mit Lehrern, Probleme mit Klassenkameraden oder Schulangst handeln als auch um Probleme in der Familie oder Unsicherheiten in der Berufs- und Zukunftsplanung. Die Schüler und Schülerinnen kommen oft von selbst, zudem schalten sich die Mitarbeiterinnen von selbst ein, sobald auffälliges Verhalten, Leistungsabfall oder andere Anzeichen Handlungsbedarf vermuten lassen.
Wichtige Grundlagen der Einzelfallhilfe sind
- Akzeptanz der Kinder und Jugendlichen
- Vertrauensbasis
- Verschwiegenheit
- Zeitliche Ressourcen
- Spezielle Ausbildung der Mitarbeiterinnen
- Weitervermittlung zu anderen Stellen
Elternberatung
Auch Eltern können das Beratungsangebot der Schulsozialarbeit nutzen.
- telefonische oder persönliche Beratung
- Weitervermittlung zu anderen Stellen
Prävention
Prävention ist ein wichtiger Bestandteil der Schulsozialarbeit. Im Rahmen der Schulsozialarbeit fanden im Schuljahr 2008/2009 folgende Projekte statt:
- PROP (Programm zur Primärprävention) in den 5.und 6. Klassen
- Prävention zum Thema Alkohol in den 9. und 10. Klassen durch die Besuche der Anonymen Alkoholiker und anschließende Nachbereitung
anklicken!
anklicken!
anklicken!
- Projekt Demokratie und Courage mit dem Thema „Am Anfang war das Vorurteil?“ in den 8. Klassen
- Teilnahme an den verschiedenen präventiven Maßnahmen des Kinder- und Jugendbüros
- Drogenprävention in den 8.und 9. Klassen
- Drogen- und Alkoholprävention durch die Polizei
- Peer-group Education in Sachen Medienkompetenz durch die Streitschlichtergruppe
- Aidsprävention in den 7. Klassen
- Workshop zum Thema „Diäten und Essstörungen“ in den 7.und 8ten Klassen
- Ausbildung und Begleitung der Streitschlichter
- Gewaltprävention
- Coolness-Training klassenübergreifend für auffällige und gewaltbereite Kinder und Jugendliche der Stufen 5-7 durch externe Anti-Aggressions-Trainer
- Viet-vo-Dao Selbstverteidigung für Mädchen durch Anti-Aggressionstrainer
anklicken!
Partizipation
Kinder und Jugendliche sollen lernen, Eigenverantwortung zu übernehmen, Wünsche und Pläne realistisch abzuwägen und selbst Erfahrungen zu machen. Es ist wichtig, dass die Schüler und Schülerinnen ihre Wünsche und Bedürfnisse einbringen können und diese ernst genommen werden. Nur dann kann an der Schule ein Klima entstehen, das ein Wir-Gefühl verstärkt und Gewalt, Aggressionen und Vandalismus entgegenwirkt. Die Schulsozialarbeit unterstützt und fördert die Partizipation durch
- Aufklärung über Begrifflichkeit und Grundsätze von Partizipation
- Verdeutlichen von Eigenverantwortung und Gefahren
- Enge Zusammenarbeit und Begleitung der Schülervertretung
- Teilnahme an Klassensprecherkonferenzen
- Kooperation mit den Vertrauenslehrern
- Mitorganisation von Wahlen
- Mithilfe und Unterstützung bei der Planung und Durchführung von Projekten
Kooperation
Die Schulsozialarbeit kooperiert eng mit den verschiedenen in der Jugend- und Familienarbeit tätigen Einrichtungen. Diese sind unter anderem
- Allgemeinen Soziale Dienste
- Zentrum für Arbeit und Bildung (ZAB)
- verschiedenen Beratungsstellen (Drogenberatung, Erziehungsberatung u.a.)
- Kirchlichen Einrichtungen
- Internationalen Bund
- Schulpsychologischer Dienst
- KÜM (Kooperatives Übergangsmanagement Schule-Beruf der Metropol-Region Rhein-Neckar))
- Polizei
Integration
Neben der in Einzelfallhilfe oder präventiven Maßnahme inbegriffenen Integrationsarbeit findet eine enge Zusammenarbeit mit folgenden Organisationen statt:
- Projekt „Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund“ mit den Schwerpunkten
- Förderung und Unterstützung bei schulischen Projekten
-Arbeit in den Familien
- Unterstützung der Eltern
(Arbeitsgemeinschaft „Soziales Lernen“ mit Kindern und Jugendlichen, Teilnahme an Elternabenden, Hilfe bei Sprachbarrieren, Einzelfallhilfe, Hausbesuchen etc.)
- Internationaler Bund (Einzelfallhilfe, Elternarbeit, Familienhilfe, Hilfe bei Verständigungsschwierigkeiten)
Offene Jugendarbeit
Der Schülertreff ist eine Einrichtung der Stadt Frankenthal und wird von den in der Schulsozialarbeit tätigen Mitarbeiterinnen des Kinder- und Jugendbüro geleitet. Er befindet sich in Räumlichkeiten der Friedrich-Ebert-Schule und ist ein offener Treff für Kinder und Jugendliche im Alter von 12-16 Jahren. Die Öffnungszeiten liegen außerhalb der Schulzeit in den Nachmittags- und Abendstunden. Der Treff orientiert sich an den Interessen und Bedürfnissen der BesucherInnen. Die Jugendlichen können sich dort treffen, Billard, Tischfußball, Basketball oder Tischtennis spielen, Musik hören, kleine Turniere und Feste veranstalten und vieles mehr. Zu dem Treff gehören eine Werkstatt und eine Küche, so dass gemeinsam gebastelt oder gekocht werden kann. Ein Computerraum mit mehreren Computern bietet die Möglichkeit zum Chatten, Surfen oder Spielen am Computer. Viele Jugendliche nutzen den Treff, um mit Hilfe der Betreuer für die Schule zu lernen, Hausaufgaben zu machen oder um Bewerbungen zu schreiben. Sehr oft handelt es sich dabei gerade um „schulunlustige“ Kinder, die ansonsten wenig Unterstützung erhalten oder annehmen.
Neben dem Treff gehören auch Sportangebote zum offenen Angebot. Das Angebot Fußball, bei Bedarf nach Altersgruppen getrennt, verzeichnet einen hohen Zulauf. Mehrmals im Jahr werden am Wochenende Turniere veranstaltet. Diese sind für die Jugendlichen sehr attraktiv. An den Turnieren nehmen jeweils 15-25 Mannschaften aus ganz Frankenthal teil. Die Besucherzahlen liegen zwischen 120-200 Jugendlichen pro Turnier. Trotz dieser immens hohen Besucherzahlen und einem hohen Anteil so genannter auffälliger Jugendlicher verlaufen die Turniere seit 2001 fast ausnahmslos gewaltfrei. Dies ist vor allem auf die kontinuierliche Beziehungsarbeit der zuständigen Mitarbeiterin zurückzuführen.
Ziele der offenen Jugendarbeit sind
- Anbieten von Ansprechpartnern auch außerhalb der Schule
- Hilfe und Unterstützung bei Unsicherheiten und Problemen in allen Bereichen
- niederschwelliger Zugang zu Hilfsangeboten
- Stärkung des Selbstwertgefühls
- Aufzeigen neuer Möglichkeiten der Freizeitgestaltung
- Drogen- und Gewaltprävention
- Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Interessen
- Möglichkeit der Partizipation
- Freiraum zur Entdeckung neuer Fähigkeiten
Die offene Jugendarbeit gibt den Sozialpädagoginnen die Möglichkeit, die Kinder und Jugendlichen in und außerhalb der Schule kennen zulernen und sie so ganzheitlich wahrzunehmen. Umgekehrt erleben die Kinder und Jugendliche erwachsene Bezugspersonen außerhalb der ihnen bekannten Rollen und finden diese als Ansprechpartner in der Schule wieder. Diese Erfahrungen sind wertvolle Bausteine für die Schulsozialarbeit, ebenso die Beziehung, die durch die offene Jugendarbeit zu den Jugendlichen aufgebaut werden kann.
Schülerzirkus Pfiffikus
Im Schülerzirkus „Pfiffikus“ haben Kinder die Möglichkeit, unter der professionellen Anleitung der beiden beim Kinder- und Jugendbüro beschäftigten Betreuerinnen spielerisch Jonglieren, Einrad fahren und andere akrobatische Kunststücke zu lernen. Dies ermöglicht den Kindern neue Erfahrungen, stärkt ihr Selbstvertrauen und gibt ihnen Mut, auch in anderen Situationen selbstsicher aufzutreten. Das Arbeiten in der Gruppe und gemeinsame Auftritte wie beim Strohhutfest oder der Kinderstadt, die jährlich vom Kinder- und Jugendbüro veranstaltet wird, stärken das Sozialverhalten und schaffen zusätzlich Erfolgserlebnisse. Etwa 20-25 Kinder gehören zum festen Kern, der wöchentlich an dem Angebot teilnimmt, die Zahlen sind steigend.
Arbeitsweltorientierte Klasse AWO-Klasse
In allen Schulen gibt es Kinder und Jugendliche, die aufgrund ihrer Leistungen oder ihres Verhaltens keine Chancen auf das Erreichen eines Abschlusses haben und durch andere Hilfsangebote nicht zu erreichen sind. Viele dieser Kinder erleben Schule nur noch als Frust oder Spaßfaktor. Sie glauben nicht mehr, die Schule schaffen zu können, sind lust- und motivationslos. Die meisten von ihnen fallen durch Negativverhalten auf, stören den Unterricht und andere Schüler. Sie sind für ihre Mitschüler und die Lehrer eine enorme Belastung. Andere SchülerInnen bemühen sich, haben aufgrund ihrer Leistungsdefizite und Wissenslücken (z.Bsp. aufgrund von Sprachbarrieren, langen Fehlzeiten, ihrer familiärer Situation) aber keine Chance, gute Leistungen zu erbringen. In den Regelklassen fehlt die Zeit, um langfristig auf diese SchülerInnen einzugehen.
In der AWO-Klasse ermöglicht die kleine Anzahl von SchülerInnen (8-12 Kinder) dem Team von LehrerInnen und Sozialarbeiterinnen sich intensiv um die einzelnen Jugendlichen und ihre individuelle Situation zu kümmern. Es ist möglich, speziell auf die einzelnen Jugendlichen einzugehen. Wissensdefizite können aufgearbeitet werden. So gemachte Erfolgserlebnisse geben neues Selbstvertrauen und fördern die Motivation. Ein spezieller Praktikumstag bietet Einblicke in die Berufswelt und in die dafür nötigen Fähigkeiten und Kenntnisse. Daraus können Zukunftsvisionen entstehen, die ebenfalls neue Anreize für das Thema Schule schaffen.
Im Jahr 2008 bestanden 4 Schüler der AWO-Klasse die externe Hauptschulprüfung. 2007 konnten 90% der SchülerInnen der damaligen AWO-Klasse in Regelklassen integriert werden.
StreitschlichterInnen an der Friedrich-Ebert-Schule
Konflikte sind im menschlichen Zusammenleben normal, deshalb brauchen wir Strategien um sie sinnvoll zu bewältigen.
Dazu bilden wir StreitschlichterInnen aus und begleiten diese supervisorisch. Aufgrund ihrer Kompetenz, finden die StreitschlichterInnen sowohl bei den MitschülerInnen als auch im Kollegium hohe Akzeptanz.
Durch ein sehr strukturiert ablaufendes Gespräch unter Moderation der StreitschlichterInnen finden die Probanden eigene Anteile an der Entstehung des Konfliktes und können Wünsche bezüglich zukünftiger Verhaltensweisen des Konfliktgegners äußern. Die gefundenen Lösungsstrategien werden in einem Einigungsformular schriftlich fixiert.